7 Regeln am Familientisch

Unsere 7 Regeln am Familientisch 

Unsere 7 Regeln am Familientisch

Familientisch.:Für die einen ein Ort der Ruhe, für die anderen pures Chaos: Einer will partout nicht das essen, was es gibt. Ein anderer steht alle zwei Minuten auf. Und du? Du stehst dazwischen und fragst dich, warum sich so eine eigentlich schöne Sache – gemeinsam essen – manchmal so anstrengend anfühlt.

Es gibt ein Hauptgericht. Wer etwas anderes möchte, macht sich ein Brot.

Ich bin keine Köchin, und ehrlich gesagt macht mir Kochen nicht besonders viel Spaß. Ich habe überhaupt keine Lust, verschiedene Gerichte vorzubereiten – und am Ende hat trotzdem keiner so richtig Hunger und ist zufrieden.

Deshalb mache ich es mir bewusst einfach: Ich koche ein Gericht mit Beilagen, die in der Regel irgendwem auf jeden Fall schmecken. Wichtig ist mir dabei: Dieses Gericht muss nicht extra ein Kindergericht sein. Auch wir Erwachsenen haben Bedürfnisse, und unser Geschmack darf genauso zählen wie der unserer Kinder. Ich koche also ein Gericht – und wer möchte, isst mit.

Wer nicht möchte, darf sich  super gerne ein Brot machen. 

Keine Diskussion, kein zweites Gericht, kein schlechtes Gewissen. Einfach eine Option, die für alle in Ordnung ist.

 

Es gibt ein Hauptgericht. Wer etwas anderes möchte, macht sich ein Brot.

"Oh, du hast aber noch nicht so viel gegessen" oder "Du hast aber viel gegessen" – Essen ist etwas sehr, sehr Individuelles. Das kennen wir doch auch von uns selbst: Mal haben wir total viel Hunger, mal gar keinen. Das ist völlig normal – bei uns Erwachsenen genauso wie bei unseren Kindern.

Ich finde es daher viel sinnvoller, dass wir schauen, was überhaupt auf den Tisch kommt – damit davon auch wirklich ausreichend gegessen werden darf. 

Wenn du ein Kleinkind hast, das die Menge noch nicht abschätzen kann, aber furchtbar wütend wird, wenn du sie begrenzt:

  • Nimm einen kleinen Teller, zum Beispiel auch einfach einen Unterteller. Der darf wirklich vollgemacht werden – aber eben nicht darüber hinaus. 
  • Es bekommt eine eigene Schale, aus der es sich schöpfen darf. Es darf sich daraus auch komplett alles auf seinen Teller laden – aber in der Schale ist eben nur so viel drin, wie du es für einen kleinen Magen für geeignet hältst. 


Wir beginnen erst, wenn alle sitzen.

Ich finde es für ziemlich blöd, wenn während noch jemand  das Essen reinbringt, während alle anderen schon längst loslegen. Ich weiß, dass viele Familien damit überhaupt kein Problem haben – das ist völlig in Ordnung, das ist sehr individuell. Aber ich persönlich möchte das für uns als Familie nicht. Bei uns warten wir, bis wirklich alle am Tisch sitzen, bevor es losgeht. Das hat auch etwas mit dem nächsten Punkt zu tun:

 

Wir machen es uns schön.

Mir ist wichtig, dass wir nicht im Stehen essen. Klar, wir lümmeln auch mal auf dem Sofa und essen dort.. Aber in der Regel ist Essen bei uns etwas Besonderes. Das heißt: Es gibt kein Handy am Tisch. Wir machen es uns schön. Wir freuen uns darauf. Es gibt Austausch und viel Lachen. Es ist einfach etwas Besonderes – wir zelebrieren das Zusammensein.

Bei uns gibt es dafür  ein festes Anfangsritual: Wir machen einen gemeinsamen Tischspruch. in unserem Fall hat de nichts mit Glauben zu tun– sondern wir wertschätzen, dass wir etwas zu essen haben und dass wir zusammen sind.

 

Wer fertig ist, darf jederzeit aufstehen und auch wieder an den Tisch kommen.

Mir ist es viel zu anstrengend, die ganze Zeit dafür zu sorgen, dass alle am Tisch sitzen bleiben – gerade mit zwei neurodivergenten Kindern. Das heißt: Wer sich zwischendurch bewegen möchte, darf das. Und er darf auch jederzeit wieder an den Tisch zurückkommen und weiteressen.

Bei meinen Kindern ist es tatsächlich so – wenn ich ihnen das verbieten würde, würden sie einfach super wenig essen, und dann wäre es das gewesen für diese Mahlzeit.

Für manche Kinder ist der Familientisch einfach zu intensiv. Es sind zu viele Eindrücke auf einmal, zu viel Aufregung – und das Nervensystem gerät dadurch unter Stress. Dann kann ein Kind buchstäblich gar nicht mehr essen. 

Das Kind spürt also wirklich: "Ich habe doch gar keinen Hunger." Kaum ist das Essen vorüber, die Aufregung legt sich, das Kind hat wieder Zugriff auf sich - ist der Hunger wieder da.

Es geht hier also nicht um böse Absicht und auch nicht um fehlende Disziplin. Sondern, dass das Kind in diesem Moment nicht anders kann. Deshalb ist es bei uns total okay, dass du aufstehst , Energie durch Bewegung abbaust und wieder zurück an den Tisch kommst.

 

Wir räumen gemeinsam ab.

Mit Familie kommen ganz, ganz viele Rechte – aber eben auch einige Pflichten. Und ich finde, es fühlt sich total doof an, wenn es immer nur die Eltern sind, die das Essen vorbereiten, den Tisch decken, abräumen und am Ende auch noch die Küche aufräumen. Klar, der Hauptanteil davon liegt bei uns - aber eben drei Minuten gemeinsam abräumen, das kann wirklich jeder leisten.

Die häufigste Frage, die mir dazu gestellt wird: Wie mache ich das denn, wenn die Kinder gerade so richtig im Spiel vertieft sind? Ganz ehrlich: Dann müssen sie das kurz unterbrechen. Ich mute meinen Kindern zu, mich zu unterstützen. 

Und natürlich haben auch meine eigenen Kinder dazu in der Regel überhaupt keine Lust. Dann begleite ich ihren Frust.

 Es ist mir wichtig, dass es eine gemeinsame Regel ist, an der wir festhalten.

An anderer Stelle gehe ich übrigens noch genauer auf unseren Familienrat ein – dort besprechen wir solche Themen gemeinsam als Familie.

Es ist sehr, sehr hilfreich, wenn wir als Eltern selbst schon eine klare Struktur vor Augen haben, wie wir das gerne hätten. Denn ziemlich oft sind wir selbst gar nicht so klar, wie wir glauben. Und dann wird es auch für unsere Kinder schwierig, einzuschätzen, was wir eigentlich von ihnen wollen.

 

Alles, was auf dem Tisch steht, darf gegessen werden - oder eben nicht.

ch zwinge niemanden dazu, etwas zu probieren. Ich finde es total okay, wenn ein Kind schon allein vom Geruch oder vom Aussehen her sagt: "Das möchte ich nicht." 

Ich gehe davon aus, dass meine Kinder ganz von selbst Dinge probieren, wenn ich es ihnen immer wieder anbiete, selbst mit gutem Vorbild vorangehe und gesund koche. Es ist völlig in Ordnung, wenn das eben Zeit braucht.

 

Zusammenfassend: Essen und Druck gehören nicht zusammen.

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